Mittwoch, 28. Mai 2008

de fuchs gaht ume!

habt ihr euch nicht auch schon mal gefragt, nachdem ihr den pressebericht von, nehmen wir zum beispiel einer von euch besuchten demo, am folgenden tag in der zeitung last, von welchem sonnensystem der journalist wohl stammen koennte und wie viele sich doch selbst in der deutschen sprache nicht im geringsten auskennen oder einfach ein bisschen uebermuetig, da ihres berufs muede geworden, mit den buchstaben jonglieren. ich will den satz jetzt nicht nochmals lesen..auf jeden fall. das fernsehen und allgemein die presse in chile ist wuerdelos. da schneidet sogar der blick oder die bild im verhaeltnis mit bestnote ab. dazu kommt, dass ein kind im schnitt SECHS stunden und mehr von dieser verbloedungskiste vergewaltigt wird. in jeder familie ist das eingeschaltete fernsehen nichts ungewoehnlicheres als einen subventionierten schweizer bauernhof, man laesst sich sogar vom gebabalabber in den schlaf wiegen. ahh. die welt ist zum davon laufen. nur wohin¿da behauptet doch der chilenische innenminister doch glatt, die wieder aufflammenden schuelerproteste haetten nix mit den ereignissen vor zwei jahren zu tun. nachdem 2006 fast alle schulen (ausser ein paar wenigen) im land stillstanden wurden die schueler/-innen und student/-innen mit ein paar laecherlichen almosen ruhig gestellt.
eines der hauptprobleme chiles ist das (waehrend der diktatur) privatisierte bildungsystem, das einen teufelskreis fuer die armen generiert. eine kleine anmerkung: in chile will sich niemand als arm bekennen, es ist quasi ein schimpfwort..dieses problem wurde natuerlich nicht im geringsten angepackt.
wie nix zu tun mit den damaligen mobilisierungen?AHH. ich kann das entsetzen einfach nicht in worte fassen.


hier noch die mir netterweise zugesandeten fotos von cole-cole und vom helikopterflug in chiloé!













such den walter! (einer heisst wirklich so..)


cole-cole, einer der schoensten plaetze auf diesem planenten;
urwald plus strand..







Sonntag, 25. Mai 2008

volantín

es ist sonntag. nebel und grau schlossen sich mit meinem kater zusammen und lassen das sonst so wilde santiago schlummern. die letzte woche verbrachte ich an der kueste, in algarrobo. vieles spricht dafuer, santiago zu verlassen. es ist kein schoener ort zum leben. und doch halten mich all zu viele dinge, all zu viele menschen, zurueck. algarrobo ist meine zweite heimat in chile. die schoensten sonnenuntergaenge, brisa de mar, die mich an griechenland und kindheit erinnern, die kueche, das essen. nicht ohne grund fuehlte sich pablo neruda so von diesem ort angezogen- eines seiner drei haeuser liegt in isla negra, das sich ein paar kilometer suedlich von algarrobo befindet.
ach ja, wer in chile waehlen moechte, muss sich in eine liste einschreiben, die oeffentlich zugaenglich ist - dein guter nachbar (in chile und speziell in santiago ist so etwas wie "ein-gutes-nachbarschaftsverhaeltnis" ein fremdwort, wie etwa auch "abfall-gehoert-in-den-abfall-und-wird-nicht-einfach-auf-der-strasse-oder-in-der-natur-entsorgt") kann sich die information besorgen, wie auch dein chef oder sonstwer. pech? SOGEHTDAS wuerde philip maloney sagen..
letzthin veroeffentlichte ein hacker infos von sechs millionen chilenen, die dieser unsicheren regierungsstellen abgeluchst hatte, es gab promt ein aufstand, pabiipabaa, ein aufstand gegen die wachsende internetkriminalitaet, angefuert von der konservativen presse. naja, wenigstens gibts hier auch intellektuell anspruchsvollere satiremagazine, die nicht den hacker, sondern das sytem in frage stellen.

ach ja, wer in chile arme eltern hat, hat, hat richitig!; ebenfalls pech gehabt. das bildungssystem ist quasi komplett privatisiert, nur wer reiche eltern hat kann/darf eine anstaendige schule besuchen. in der staatlichen schule lernt man mit glueck lesen, schreiben und das einmaleins. in chile ist das foetzeltum (will heissen: du musst nix koennen, du brauchst nur ein blatt mit offiziellem stempel und kram, das dir deine ausbeutung ermoeglicht und eine faehigkeit bescheinigt), das in der schweiz ebenfalls am wachsen ist, ausserordentlich ausgepraegt. ein armer schlucker hat weder das moos, eine gute schule zu bezahlen, die ihm die bildung fuer die benoetigte punktzahl fuer die PSU (die chilenische matur) gibt, noch das vitamin B (hier:pituto) eine anstaendige arbeit zu finden.

es gibt natuerlich auch schoenes zu berichten. ein guter freund erzaehlte mir eine wirklich ruehrende geschichte. vor allem in den poblaciones, den armenvierteln, kommt gerade wieder das drachenspiel in mode. mit viel wind wird weit oben im himmel gekaempft und gespielt. als er klein war, erzaehlte er mir, gabs praktisch keine kinder in seiner umgebung, mit denen er spielen konnte. er spielte deshalb weit, weit oben im himmel mit anderen kindern drachen-anderen kindern, die er niemals kannte, mit denen er aber spielen konnte, und zwar im himmel.



ich, 29437, mein haus, block 57D



alte klassenkameraden






costa traviesa



las famosas puestas del sol santiaguinas,
fuer einmal ohne smog, nach dem regen









manuela y valentín



el gato verde



seba








iik



Mittwoch, 7. Mai 2008

de vuelta!

tach. waehrend einem laengerem aufenthalt unter dem titel "ferien auf dem lande" in gorbea habe ich mich irgendwie zu sammeln versucht, ja, meine zweite heimat, santiago, rueckte immer naeher, und schwup (diwup), ich habs geschafft!
das kaff, das nette kaff gorbea liegt eine autostunde suedlich der wohl haesslichsten stadt chiles mit den wohl unfreundlichsten menschen (natuerlich gibts auch aussnahmen, alfonso un co...). es ging da eine alte freundin besuchen. die meiste zeit verbrachte ich mit denken. und geniessen. meine lieblingsaktivitaeten: selbstgesammelte marroni knabbern und chicha, selbstgepressten apfelsaft, zu trinken. der sueden chiles ist immergruen, auch wenn momentan eine schreckliche duerre herrscht, die die preise fuer gemuese und fruechte in die hoehe schnellen laesst.
ein hoehepunkt in gorbea waren die gespraeche mit einem alten und fast weisen mann, der mir viel ueber die mapuche und das/sein leben erzaehlte. don sergio mit namen, ein artesano und schriftsteller.
ein vulkan gabs da auch noch kennen zu lernen. ruka pillan, das haus des teufels (der gut oder schlecht sein kann) in mapudungun, der sprache der mapuche, der aktivste vulkan chiles, staendig steigt rauch auf. ein faszinierendes erlebnis diesen vulkan zu besteigen. vom gipfel kann man in den schlund des riesen (ziemlich schwefliger mundgeruch) blicken; und man geniesst eine phaenomenale aussicht. manchmal sieht man sogar das sprundelnde magma. die geraeusche, die pillan so von sich gibt sind so beeindruckend. vor ungefaehr zwei wochen brach der vulkan von chaitén aus. und da bekam ich schon ein ziemlich mulmiges gefuehl. der vulanausbruch ist jetzt voll das thema hier in chile.

santiago tut gut, auch wenn die stadt ziemlich haesslich und schlimmstens versmogt ist. alle menschen sind zum glueck immer noch da. es ist komisch als tourist zurueck zu sein. halb tourist und halb santiaguino.. ich hatte ein paar schulden mit dieser stadt und konnte diese jetzt begleichen. ich besuchte mehr museen als in dem halben jahr, in dem ich hier lebte. ich muss mehr schreiben, aber ich muss weiter. bis bald!




jp, victor, tatan

victor, rechts unten meine kitra, eine pfeife der mapuche..

bellas artes

elseinternational

schueler- und studentendemo, die bullen drehen uebrigens auch hier durch..
und das traenengas hats auch ueber den ozean geschafft..

die chilenische version des weitblicks (hallo grau)

die ossas


chupilca: wein, zucker und geroestetes mehl; puerto saavedra

mmh.paella

julius popper und seine menschenjagd..

..

santiago und sein smog

bellavista

plaza de armas, santiago

volcán villarica

gipfel und llaima



was man hier unter aesthetik versteht

pucón


temuco

victoria, nicht victoria¿