Freitag, 27. Juni 2008

candaíto!

nachdem ich ein paar tage jujuy genoss und seine farben- und geruchswelt auf mich
wirken liess, zog ich dann auch schon weiter richtung bolivien, der erwartete kultur-
schock flashte. in bolivien ist einfach immer was los. die strasse sprueht nur so von
leben, ueberall klingt musik und an jeder ecke wird leckeres essen (mmh diefrucht-shakes!)verkauft. in bolivien ist man entweder taxi- bzw. buschauffeur,oder aber man schlaegt sich als strassenhaendler durch. man bekommt alles auf der gasse, viele gefaelschte ware, sogar elektronikkram, z.b. kameras. auch die armut faellt auf, der mindestlohn in bolivien betraegt 550 bolivianos, knapp 90 stutz. und davon soll man leben?
die umweltverschmutzung tritt noch mehr zu tage als in argentinien, ueberall fliegen plastiksaecke rum. habt ihr die szene in american beauty gesehen, in der ein plastiksack mit dem wind um die wette tanzt? hier kriegt man eine ein bisschen haesslichere version dazu zu sehen. der genzuebergang nach bolivien ist offen, wenn man moechte, kann man ohne stempel einfach ruebermarschieren. die zugfahrt von villazón an der bolivianischen grenze nach uyuny, 300km und gut 10 stunden,
war ein echtes erlebnis, vor allem weil ich den dritt-klass-service popular benutzte. der verkehr ist ein thema fuer sich. es ist alles soo anders... aber genau dafuer liebe ich das land.
die natur ist abgesehen von den vielen plastikflaschen so spektakulaer, aussordentlich empfehlenswert, nur die ewige kaelte auf dem altiplano macht mir zu schaffen.

Samstag, 21. Juni 2008

welcome back to BUESCHELGRAS

so. ich bin im touriabklapperfieber. (eigentlich war das ja genau das, was ich nicht wollte..)auf die uhr geschaut, und dann auf die karte. mensch, es gibt noch tausend dinge, die ich gerne sehen moechte. natuerlich kann auch beim schnellreisen kontakte knuepfen, es ist einfach immer alles so provisorisch..
landschaftlich erinnert der hohe norden argentiniens stark an chiles norte grande, an die atacamawueste. auch werden erinnerungen an die pampa, die tausend farbkombinationen und natuerlich das bueschelgras wach. doch in salta, so karg das umland auch aussieht, sind gruenflaechen, sagen wir mal, keine vom aussterben bedrohte minderheit. viele plazas mit palmen und sonstigem gestruepp zieren die stadt, an die sogar ein relativ grosser urwald grenzt. das wasser, ja woher kommt das wasser¿ das frage ich mich immer. natuerlich aus den anden, dem groessten und wichtigsten reservoir argentiniens und chiles. salta ist touristisch voll inn, doch ich suche immer die am wenigsten verseuchten gebiete, aber ohne radmobil sind diese aeusserst schwierig zu erreichen. chile und argentinien erkundet man am besten per auto oder (motor)rad, die distanzen sind riesig und das rumkarren ist ziemlich einfach.
urspruenglich lebten hier die calchaquís, die den inkas und lange zeit auch den spaniern stand halten konnten, irgendwann jedoch verschleppten diese jedoch die ureinwohner nach buenos aires. der dreh und angelpunkt des argentinischen nordens waehrend der besatzung der spanier war potosí, el cerro rico, die schatztruhe spaniens, bzw. das grab tausender, abertausender indígenas und schwarzen sklaven. ach ja, weder in argentinien noch in chile gibt es schwarze-(exdeportierte), diese mussten naemlich alle waehrend des unabhaengikeitskrieges in der ersten reihe kaempfen, oder besser gesagt sich massakrieren lassen. die geschichte ist ein einziges blutbad. als sich die silberminen erschoepften, sank der norden in eine existenzielle krise, der ganze handel war total auf potosí ausgerichtet. bis heute hat sich die region nie richtig erholen koennen..
der konflikt zwischen der regierung und den regionen, die von der landwirtschaft leben, schwelt, beziehungsweise brennt nun seit ueber 100 tagen. der sojaanbau ist ein aeusserst lukratives geschaeft, die regierung besteuert dieses mit einem abnormal hohen prozentsatz, der an den weltmarktpreis gekoppelt ist, momentan sind es 44%..uberall im land wurde gestreikt, tausende liter milch mussten weggekippt werden, fruechte, gemuese und noch vieles mehr ebenso. die landwirtschaft wirft zwar viel ab, die erde geht dafuer auch an den arsch, jedes jahr muss die duengermenge erhoeht werden, diese welt ist ein einziges chaos, der kapitalismus hat lateinamerikas wurzeln zerschnitten und die natur, die menschen in einem unvorstellbaren ausmass gebeutelt.
in argentinien sind die menschen zwar offener, doch gibt es tausend andere probleme. zum beispiel die korruption. diese faengt bei der grenze an, man kommt einfach und schneller weiter, wenn ein paar muenzen (oder eine flasche fernet) "gespendet" wird. es werden stimmen gegen brot eingetauscht, politiker bestochen, gerade eben erzaehlte mir ein typ, als er als taxifahrer reiche leute, politiker, rumkutschierte von einer bestechungsstory, 150 000 dollar waren im spiel, und komischerweise hat jener politiker wirklich kurz spaeter seine kandidatur zurueckgezogen..
dafuer ein gegenbeispiel aus chile, ihr duerft auswaehlen, was schoener ist! im april 1998 gab es proteste einiger ehefrauen von polizisten, die loehne doch endlich zu erhoehen, nachdem dies schon tausendmal versprochen wurde, familien verschuldeten sich (in chile kauft man in quoten..), da man ja die lohnerhoehung erwartete, auf jeden fall gab es festnahmen bei diesen protesten. die ehemaenner (polizisten) der festgenommenen frauen wurden kurzerhand entlassen..jene bullen mussten naemlich ein papier unterschreiben, worauf sie versprachen, fuer ruhe und ordung in ihrer familie zu sorgen...nur soviel zum chilenischen demokratieverstaendnis und zur verwurzelung der polizei in der gesellschaft.
dies ist kein pessimismus, dies ist die wirklichkeit, natuerlich hat chile auch seine guten seiten (sorry vale por todo lo malo que he escrito!!)
ich moechte noch so viel schreiben, doch bin ich echt muede!
fotos kommen bald.

ich freue mich auf zuerich, dieses nomadendasein hat seine vor- und nachteile, doch ich verstehe all jene voelker, die zur sesshaftigkeit gewechselt sind...gut nacht.

Sonntag, 15. Juni 2008

munkeln

CÓRDOBA. was fuer ein ort. der name, die menschen, die stadt. ich folge dem dem wind nach norden. es wird immer indigener, auch wenn die stadt doch noch ziemlich europaeisch gepraegt ist (argentinien im allgemeinen) eine wirklich wunderbare architektur, man spielt mit den kolonialen und den modernen zuegen - oder eben dem, was man hier unter modern versteht..berge von jungen menschen tummelen sich hier, sieben! verschiedene universitaeten und menschen aus ganz lateinamerika, aehnlich wie in buenos aires. hu, ich bin auf der suche nach sonne. die ist zwar da, doch kalt ists trotzdem, ja vielleicht nicht in dem sinn kalt wie in der schweiz, doch wenn ich daran denke, dass ich den pazifik fuer laange zeit nicht mehr sehen werde (auch wenn der humboldstrom auch seehr kalt ist) und noch mehr, dass ich eigentlich irgendwo so richtig strandferien machen wollte, ach daraus wird wohl endgueltig nichts, was quatsch ich nur..¿dafuer liess ich in mendoza mit einem VERUECKTEN franzosen die seele¿ in einer wunderbaren therme mit fantastischer aussicht baumeln. didier hiess der, ein reisender, der mit seinem jeep suedamerika erkundet, mann, wir waren echt ein lustiges paar,,,
die siesta ist hier heilig, den ganzen nachmittag haben alle geschaefte geschlossen und sonntags ist die stadt richtigehend ausgestorben.
in argentinien (und vor kurzem auch in chile) streikten die camioneros, die brummerchauffeure. die landwirtschaft in argentinien ist extrem stark, es ist einer der soja-hauptproduzenten. der stadt-landkonflikt schwelt seit jahren und der streik der lkw-fahrer ist eine folge einer von der regierung auferlegte steuer, einige leute scheffeln viel kohle mit der landwirtschaft, und die sind seehr einflussreich. als in chile die camioneros streikten, legten sie das ganze land lahm, und bekamen innert zwei- drei tagen, was sie wollten. die schueler/-innen streiken, bzw. streikten seit einer ewigkeit, an ihrer situation aendert sich dagegen nichts..wen kuemmerts¿ den supermaerkten mangelt es ja nicht an lebensmitteln..
bis zum naechsten mal, ich bin ziemlich muede, ich schreib wohl ziemlich wirr..buenas noches!schlaft gut

Donnerstag, 12. Juni 2008

!!!

http://www.youtube.com/v/qitzgwKrc1c&hl=es

das bitter-suesse leben

oh. ich habe mich endlich von chile trennen koennen, die fuenf wochen santiago taten so gut. ein zuhause zu haben, menschen, die einem nicht davonreisen, ein bisschen alltag. man braucht immer ein bisschen abstand, und erst dann kann man ueber einen ort richtig nachdenken. chile, echt, ist ein ultimativ komisches land, eine sehr geschlossene gesellschaft, die in allen punkten sehr hinterherhinkt. richtig. hinkt. viel angst regiert das land, es wird abnormal viel alkohol konsumiert, das konzept: "no estoy ni ahí" - was so viel heissen mag wie: es ist mir schnurz.. - leben die menschen, probleme werden gerne unter den tisch gewischt. die diktatur hinterliess tiefe wunden. ein sehr militarisiertes land. vor zwei wochen etwa starb der ranghoechste bulle waherend eines besuches in panama bei einem helikopterunfall. was war das fuer ein theater, ein auftstand, groteske szenen..tausende leute fuellten ein traenenmeer. FUER EINEN IHNEN NOCH NIE BEGEGNETEN BULLEN!! der general des volkes, wie sie ihn nannten. waehrend seiner amtszeit multiplizierte sich die gewalt der polizei um ein vielfaches, der ach so nette general des volkes, sogar seine fotoalben wurden in den printmedien den schweinen vorgeworfen. der chilene geht sein weg, schaut nicht nach oben, gruesst nicht. der vergleich mit den schweinen kommt uebrigens von don sergio, dem alten mapuchefreund..
die wirtschaft ist auch so ein thema, die natur wird gnadenlos ausgebeutet, und niemanden, fast niemanden interessiert sich dafuer, es soll gut sein, solange es geld einbringt. nehmennehmennehmen. man merkt einen krassen unterschied, wenn man die anden ueberquert und nach argentinien kommt. das land ist so anders. in chile ist die soziale schere eine schwere. die wirtschaft ist komplett auf die ressourcen-ausbeutung konzentriert, es gibt keine industrie (und keine mittelklasse), wenn der kupfer nicht waere,,, ja dann..
auf jeden fall bin ich in mendoza angelangt, eine ziemlich karge gegend, die hauptsaechlich vom wein lebt, die andenueberquerung war der hit, die kontraste..tierra roja,,es gibt auch hier graessliche dinge, so zum beispiel ein riesiges monument in ehre an das andenheer des glorreichen..ikk general san martin, das chile von den spaniern "befreite". die freiheit.. eine ehre an das vergossene blut, der krieg wird auf der bronze?-statue erzaehlt.