Mittwoch, 13. August 2008

mein name: waldemar

seit ich seit drei wochen bolivien verlassen habe bin ich an skurilen orten vorbeigekommen und ebensolchen menschen begegnet. ich dachte ja bolivien waere so speziell, doch paraguay...
definitiv ein land, aus dem man nicht schlau wird. deshalb ist es auch so unterbesucht. man versteht schon weshalb. die trans-chaco-route, mein portal nach paraguay. der chaco ist eine fast voellig unbesiedelte, karge, dornensavannenaehnliche landschaft, die sich ueber paraguay, bolivien und argentinien erstreckt. schauplatz eines haesslichen, blutigen krieges, der mit unter von oelfirmen angezettelt wurde (schlussendlich stellte sich jedoch heraus, dass gar keines da war, zumindest nicht im umstrittenen, heutigen paraguayischen gebiet!) heutzutage wird auf der argentinischen seite probegebohrt, die massiven oelpreise machen viel moeglich. paraguay ist - wie bolivien - ein von kriegen gebeuteltes land, deren spuren noch heute sichtbar sind, bzw. deren narben die jeweiligen gesellschaften tief gekennzeichnet haben. der tripel-allianz-krieg, der in siebziger jahren des vor letzten jahrhunderts ein inmenses blutbad hinterliess, kostete paraguay rund 80% seiner damaligen bevoelkerung! kinder wurden mit baerten verkleidet, um auf dem schlachtfeld von weitem eindruck zu schinden, es war einer der blutigsten kriege der weltgeschichte..brasilien, argentinien und uruguay schlossen sich gegen paraguay zusammen. die hintermaenner dieses krieges sind jedoch nicht in lateinamerika zu suchen: paraguay war seinerzeit die wohl wichtigste kontinentalmacht, die eine fortschrittliche entwicklung betrieb und ihren markt gegen die billigprodukte aus dem industrialisierten england zu schuetzen versuchte (also genau jener protektionismus, der europa damals wie heute betrieb, bzw. betreibt). england gefiel diese idee nicht (oder war schlicht dazu genoetigt..), und stiftete die drei laender kurzerhand zum krieg an. Die kriegsinvestitionen (und die leeren versprechungen) kamen aus england. Paraguay hat sich bis heute nicht von diesem krieg erholen koennen, eine grausige geschichte. aber wen interessierts schon..
eben ein weiteres beispiel dafuer, wie wichtig die geschichtsschreibung ist, beziehungsweise deren verfaelschung. das blut klebt hier wirklich an jeder ecke.das wohl massivste problem heutzutage ist die grassierende korruption: das land gilt als das korrupteste ausserhalb afrikas, weitgehend regiert die schattenwirtschaft, der schmuggel..die bevoelkerung hat sich damit abgefunden, ihren tereré (kalter mate, manchmal mit zucker..) nuckelnd verbringen sie ihre heilige siesta in der haengematte, die stunden ziehen wie in trance vorbei. und es aendert sich nichts. in den villen der reichen regiert die sterilitaet. langeweile und leben vereinen sich zu einem neuen ganzen. das naechste ziel war ciudad del este. die sicher gefaehrlichste stadt meiner reise lohnte sich. die huettensiedlungen, bzw. truemmerhaufen, aus dem die grenzstadt fast gaenzlich besteht, waeren ein super filmschauplaetze. alles riecht nach mafia,. die meisten menschen leben vom verkauf von den abertausenden billigprodukten und der schmuggelware. VIVA die dekadenz!
noch uebler war jedoch das wasserkraftwerk von itaipú. das groesste werk der welt (was die stromproduktion angeht) beeindruckte muchomucho. die umweltzerstoerung, die fuer den bau noetig war, ist schlicht unfassbar. fast unausdrueckbar(-¿-). gut, wo fang ich an¿ der besuch begann schon von der ersten sekunde mit viel schleim. die fuehrung war natuerlich gratis (und nicht umsonst, ihr werdet sehen) (die 1. wohltat), die guías, die immer (IMMER!!) ihre zaehne zeigten und ein unkopierbar aufgesetztes laecheln draufhatten schenkten kaffee aus (der war umsonst, also umsonst..). danach spielte ein kostuemierte band guaranírythmen. die guaraníes sind die urspruengliche bevoelkerung, die in paraguay lebten, bzw. heute noch”leben”. viele paraguayer sprechen uebrigens spanisch und guaraní.
das konzert erinnerte mich an das wort tanzbaer. und alle besucher begeisternd mitklatschend und applaudierend. mein herz war wieder einmal sehr von der welt entaeuscht. niemand fragte nach den naturschatzen (unter anderem wasserfaelle, die z.t. noch groesser als die von iguazú waren), die dem beton weichen mussten, oder den vielen indígenas, die enteignet und vertrieben worden waren. und als ich da nachhaken wollte, gabs nur ein paar unverstaendnisvolle blicke der touris.


next schtation: die wasserfaelle von iguazu, unglaubliche wassermengen, bilder sagen vielleicht mehr, auch wenn sie 4ecken haben und nur ein stueck zeigen..

weiterweiter, isch bin mueuede, so:
RESISTENCIA
ferne verwandte meiner gotte nahmen mich aeusserst herzlich auf, mit viel offenen armen. war ne schoene sache, auch da gaebs mehr zu berichten..

ROSARIO
ebenfalls bei wunderbaren menschen. rosario ist ne gemuetliche stadt, erinnert ein wenig an buenos aires, jedoch viel weniger hektisch, auch die menschen sind nicht so aufgeblasen. ist schoen am fluss gelegen, ein easy vibe, nette inseln und leckeres essen. eine kuenstlerstadt, jedoch ueberraschend unszenig..

PUERTO MADRYN
die zweite touriamokaktion meiner reise. ein langersehnter traum: die wale.
und nicht etwa walFISCH.!

nach einem letzten abstecher nach uruguay (ich kann montevideo jedem empfehlen!) muss ich mich schweren herzens zum dritten mal von diesem kontinent verabschieden. natuerlich: ich freue mich ueberaus auf “alltag””, zuerich und people, und tausende dinge.
ich werde nicht vermissen: mich alle paar tage verabschieden zu muessen!!
dieses kurzresumée ist meiner reise nicht wuerdig, wie jesascht: ein ander mal.










































































































































quebracho

text ein ander mal.

iguazu





























das maechtigste kraftwerk der welt, itaipú








asunción,








paraguay: ein typisches bild









ebenfalls







asu.








asu.









ein stranger place in bolivien