so. ich bin im touriabklapperfieber. (eigentlich war das ja genau das, was ich nicht wollte..)auf die uhr geschaut, und dann auf die karte. mensch, es gibt noch tausend dinge, die ich gerne sehen moechte. natuerlich kann auch beim schnellreisen kontakte knuepfen, es ist einfach immer alles so provisorisch..
landschaftlich erinnert der hohe norden argentiniens stark an chiles norte grande, an die atacamawueste. auch werden erinnerungen an die pampa, die tausend farbkombinationen und natuerlich das bueschelgras wach. doch in salta, so karg das umland auch aussieht, sind gruenflaechen, sagen wir mal, keine vom aussterben bedrohte minderheit. viele plazas mit palmen und sonstigem gestruepp zieren die stadt, an die sogar ein relativ grosser urwald grenzt. das wasser, ja woher kommt das wasser¿ das frage ich mich immer. natuerlich aus den anden, dem groessten und wichtigsten reservoir argentiniens und chiles. salta ist touristisch voll inn, doch ich suche immer die am wenigsten verseuchten gebiete, aber ohne radmobil sind diese aeusserst schwierig zu erreichen. chile und argentinien erkundet man am besten per auto oder (motor)rad, die distanzen sind riesig und das rumkarren ist ziemlich einfach.
urspruenglich lebten hier die calchaquís, die den inkas und lange zeit auch den spaniern stand halten konnten, irgendwann jedoch verschleppten diese jedoch die ureinwohner nach buenos aires. der dreh und angelpunkt des argentinischen nordens waehrend der besatzung der spanier war potosí, el cerro rico, die schatztruhe spaniens, bzw. das grab tausender, abertausender indígenas und schwarzen sklaven. ach ja, weder in argentinien noch in chile gibt es schwarze-(exdeportierte), diese mussten naemlich alle waehrend des unabhaengikeitskrieges in der ersten reihe kaempfen, oder besser gesagt sich massakrieren lassen. die geschichte ist ein einziges blutbad. als sich die silberminen erschoepften, sank der norden in eine existenzielle krise, der ganze handel war total auf potosí ausgerichtet. bis heute hat sich die region nie richtig erholen koennen..
der konflikt zwischen der regierung und den regionen, die von der landwirtschaft leben, schwelt, beziehungsweise brennt nun seit ueber 100 tagen. der sojaanbau ist ein aeusserst lukratives geschaeft, die regierung besteuert dieses mit einem abnormal hohen prozentsatz, der an den weltmarktpreis gekoppelt ist, momentan sind es 44%..uberall im land wurde gestreikt, tausende liter milch mussten weggekippt werden, fruechte, gemuese und noch vieles mehr ebenso. die landwirtschaft wirft zwar viel ab, die erde geht dafuer auch an den arsch, jedes jahr muss die duengermenge erhoeht werden, diese welt ist ein einziges chaos, der kapitalismus hat lateinamerikas wurzeln zerschnitten und die natur, die menschen in einem unvorstellbaren ausmass gebeutelt.
in argentinien sind die menschen zwar offener, doch gibt es tausend andere probleme. zum beispiel die korruption. diese faengt bei der grenze an, man kommt einfach und schneller weiter, wenn ein paar muenzen (oder eine flasche fernet) "gespendet" wird. es werden stimmen gegen brot eingetauscht, politiker bestochen, gerade eben erzaehlte mir ein typ, als er als taxifahrer reiche leute, politiker, rumkutschierte von einer bestechungsstory, 150 000 dollar waren im spiel, und komischerweise hat jener politiker wirklich kurz spaeter seine kandidatur zurueckgezogen..
dafuer ein gegenbeispiel aus chile, ihr duerft auswaehlen, was schoener ist! im april 1998 gab es proteste einiger ehefrauen von polizisten, die loehne doch endlich zu erhoehen, nachdem dies schon tausendmal versprochen wurde, familien verschuldeten sich (in chile kauft man in quoten..), da man ja die lohnerhoehung erwartete, auf jeden fall gab es festnahmen bei diesen protesten. die ehemaenner (polizisten) der festgenommenen frauen wurden kurzerhand entlassen..jene bullen mussten naemlich ein papier unterschreiben, worauf sie versprachen, fuer ruhe und ordung in ihrer familie zu sorgen...nur soviel zum chilenischen demokratieverstaendnis und zur verwurzelung der polizei in der gesellschaft.
dies ist kein pessimismus, dies ist die wirklichkeit, natuerlich hat chile auch seine guten seiten (sorry vale por todo lo malo que he escrito!!)
ich moechte noch so viel schreiben, doch bin ich echt muede!
fotos kommen bald.
ich freue mich auf zuerich, dieses nomadendasein hat seine vor- und nachteile, doch ich verstehe all jene voelker, die zur sesshaftigkeit gewechselt sind...gut nacht.
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