der facettenreichtum des landes kennt keine grenzen. von uyuni gings ueber potosi nach sucre.
uyuni lohnt sich wegen der unfassbaren natur. man kommt sich wie in einem traum oder film vor. unerklaerbar.
potosi schockte dann. unfassbar zeigte seine haessliche auslegung. die auf ueber 4000 meter gelegene "silberstadt" hat eine bedrueckende, aber interessante geschichte. ueber 200 000 menschen sollen im 17. jahrhundert in der stadt, die am fusse des cerro rico gelegen ist, gelebt haben. damals eine der groessten und reichsten staedte der welt, und das alles wegen dem silberboom. millionen von menschenleben, praktisch ausschliesslich von indigenas, wurden unter tyrannischen, moerderischen bedingungen in den minen ausgeloescht. noch heute wird silber und zinn von den mineros gefoerdert(bzw. das leben derer GEFORDERT) - unter abartigen! konditionen. die (physischen) schmerzen werden ein bisschen durch das ewige kauen von kokablaettern gemildert, alkoholismus (96prozentalk) ist ebenfalls weit verbreitet. zudem wird der tio, der teufel, der wie in den meisten indigenen glaubensrichtungen gut sowie schlecht sein kann, verehrt und mit geschenken guetig gestellt. wen wunderts: auch kinder, der juengste war acht, schufften in den grausigen, feuchtkaltheissen kellern. das kann man nicht in worte fassen.
potosi schuf eine voellig auf die silberausbeutung konzentrierte wirtschaftszone, von der das heutige argentinien, chile, bolivien und suedperu abhaenig waren. zum beispiel das monopol des vertriebs des kokablattes, eine enorme industrie!, oder die ranschaffung von nahrungsmitteln, maultieren, brennstoffen, etc., die dann wie gesagt voellig zusammenbrach.
was heute wie damals sorgen macht ist die abhaengigkeit potosis vom cerro rico. vor 20 jahren gabs ein einbruch des zinnpreises, potosi verwandelte sich in eine geisterstadt.. und in zwanzig 20 jahren wird der berg ausgeblutet sein...es laeuft einem kalt den ruecken herunter, wenn man sitzend auf der sonnigen plaza ueber die geschichte der stadt sinniert. es gaebe noch so viel dazu.
ueber sucre ein ander mal mehr. und allgemein ueber bolivien gibts es noch vielviel zu berrichten, ein stranges land mit menschen mit ebensolchen ansichten. man muss es akzeptieren koennen, es ist oft frustrierend, wenn man es nicht mit humor nehmen kann!
naaaaja
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